Was Sie beachten müssen.

Merkblatt Austritt Pensionskasse

Arbeiten im Ruhestand – hier muss man achten.

 

Kann bei Freiwilligen- oder Erwerbsarbeit: Tätigkeiten nach der Pensionierung erfordern vieles an Vorbereitung und Planung.

 

Kurz mit 58 Jahren vor der Pensionierung sollte man über die AHV und Pensionskassen Bücher gehen, ob sich Weiterarbeiten überhaupt lohnt.

 

Die meisten Arbeitstätigen freuen sich auf den Ruhestand – doch viele möchten auch nach der Pensionierung weiterarbeiten Man möchte nicht nur gebraucht werden, viele sind auch auf einen finanziellen Zu stupf angewiesen, um den gewohnten Lebensstandard halten zu können.

 

Die AHV-Reform Altersvorsorge 2020, bei der auch die schrittweise Anhebung des Rentenalters der Frauen auf 65 und die Möglichkeit zur flexiblen Pensionierung zwischen 62 und 79 Jahren geschaffen werden sollte, hatte das Schweizervolk im Jahr 2017 abgelehnt. Dessen ungeachtet arbeiten bereits jetzt schon viele Schweizer nach Erreichen des Rentenalters weiter. Die Erwerbstätigenquote von Personen im Alter von 65 bis 69 Jahren liegt laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei 23%.

 

Ein anderes Berufsleben

 

Dabei muss den Arbeitnehmer bewusst sein, dass sowohl die Beschäftigung an sich als auch die Suche und Bewerbung für eine neue Stelle nicht mehr gleich aussieht wie im Berufsleben. Eine Ausnahme ist, wenn man vom bisherigen Arbeitsgeber weiterbeschäftig wird – vielleicht auch mit einem reduzierten Pensum.

 

Auf eine Stelle, die in der Jobzeitung oder im Internet ausgeschrieben ist, auf die sich Dutzende Personen bewerben, hat eine über 60-jährige Person kaum eine Chance, sagt Herr Lance Roth von der Laufbahnberatung Sodu.ch in Sins. Je älter man werde, desto wichtiger seien das persönliche Netzwerk und ehemalige Arbeitgeber. Wer Hilfe sucht für eine Weiterbeschäftigung im Ruhestand, wendet sich mit Vorteil an einen auf diese Thematik spezalisierten Pensionsplaner Berater.

 

Die finanzielle Abgeltung der Arbeit ist ein grosses Thema, auch wenn der Pensionär das Einkommen gar nicht benötigt, sagt Hunziker. Geld werde mit Anerkennung gleichgesetzt. Es sei jeweils ein grosser Aufwand, die Belohnung für die Arbeit auf eine andere Schiene zu bringen. Hunziker fragt ihre Kunden jeweils: Lassen Sie das Geld weg, was möchten Sie dann tun? Da bei gehe es auch darum herauszufinden was einem bisher gefehlt hat und welche Fähigkeiten man bisher nicht im Beruf einsetzen konnte.

 

So möchte vielleicht ein Mauerer mehr mit Menschen zu tun haben und Kinder betreuen und eine Mathematikerin älteren Leuten das Smartphone in Kursen näherbringen. Oft sind Sportvereine oder andere Institutionen froh, wenn sich Freiwillige um Buchhaltung und Organisatorisches kümmern. Eine Auswahl von Freiwilligenarbeit findet sich etwa auf der Website benevoll.ch

 

Freiwilligenarbeit wird oft mit nicht monetären Leistungen wie gemeinsamen Ausflügen, Essen usw. abgegolten.

 

AHV-Rente aufschieben?

 

Wer jedoch noch etwas dazuverdienen will, muss Vorkenntnisse und Erfahrungen mitbringen. Viele Tätigkeiten für Pensionierte finden sich in den Bereichen Gesundheit, Pädagogik und Informatik. Oft muss man sich darauf einstellen, dass man nur auf Abruf arbeiten kann, etwa an der Kasse bei einem Detailhandel Filiale, wenn das Kundenaufkommen besonders gross ist. Bei der Erwerbstätigkeit nach Erreichen des AHV-Alters sind gewisse Regeln zu beherzigen. Sonst droht ein grosser Teil des erzielten zusätzlichen Einkommens durch Steuern aufgefressen zu werden.

Personen, die nach dem Erreichen des Rentenalters weiterarbeiten, sind oftmals nicht auf die AHV-Rente angewiesen. Aus steuerlicher Sicht kann dann deren Aufschub sinnvoll sein. Wird das ordentliche Rentenalter erreicht, kann der Bezug der AHV mindestens um ein und spätestens um fünf Jahre aufgeschoben werden. Dadurch erhöht sich die AHV-Rente lebenslang. In einem Merkblatt der Informationsstelle AHV/IV sind die entsprechenden Zuschläge aufgelistet, nach einem Jahr sind es 5,2%, nach fünf Jahren 31,5%.

 

Auf die Aufschub Dauer muss man sich nicht im Voraus festlegen. Bis spätestens ein Jahr nach dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters ist der Aufschub anzumelden. Eine Aufschub Erklärung wird von der AHV-Ausgleichskasse bestätigt. Mit dem entsprechenden Formular auf der AHV/IV-Website kann die Rente nach dem Aufschub beantragt werden.

 

Die AHV/IV/EO-Beiträge werden auch nach Erreichen des Pensionsalters vom Lohn abgezogen, haben nun aber keinen Einfluss mehr auf die Rentenhöhe. Diese Abgaben müssen jeweils nur auf den Teil des Lohnes entrichtet werden, der den Freibetrag von 1400 Fr. pro Monat übersteigt. Dieser Freibetrag gilt für jedes einzelne Arbeitsverhältnis, das der Pensionär eingeht; die Beitragspflicht gegenüber der Arbeitslosenversicherung (aLV) entfällt jedoch.

 

Bei manchen Pensionskassen ist kein Aufschub möglich, und beim Eintritt des ordentlichen Rentenalters muss die Rente bzw. die Kapitalauszahlung bezogen werden. Ermöglicht die Vorsorgeeinrichtung aber, dass Erwerbstätige im Rentenalter die berufliche Vorsorge fortführen, muss der Pensionär eine Lagebeurteilung vornehmen. Die meisten Pensionskassen haben in den vergangenen Jahren wegen sehr tiefer Zinsen an den Kapitalmärkten und der demografischen Entwicklung ihre Umwandlungssätze gesenkt und es besteht aus Versichertensicht die Gefahr, dass es zu weiteren Senkungen kommt.

 

Finanziell kein Zugewinn

 

Der Umwandlungssatz setzt den Anteil vom angesparten Vermögen fest, den die Pensionskasse als jährliche Rente auszahlt. Eine Senkung des Umwandlungssatzes kommt einer Rentenkürzung gleich. So kann der Extrem Fall eintreten, dass sich eine Erwerbstätigkeit nach Erreichen des AHV-Alters finanziell schlicht nicht mehr lohnt. Es gilt also abzuschätzen, wie die Lage der Vorsorgeeinrichtung ist und ob weitere Senkungen des Umwandlungssatzes bereits absehbar sind. Ausserdem gilt es zu klären, ob freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse nach dem Erreichen des AHV-Alters möglich sind.

 

Sodu.ch Varianten anfordern

 

Man muss auch berücksichtigen, dass der Umwandlungssatz durch die zusätzlichen Jahre leicht erhöht wird, sagt ein Pensionskassen-Spezialist. Man solle seine Vorsorgeeinrichtung frage, ob sie einem die verschiedenen Szenarien durchrechne, seröse Pensionskassen werden dies machen. Der Versicherte könne nicht abschätzen, ob eine Vorsorgeeinrichtung in einigen Jahren den Satz anpasse. Das ist auf einige Monate möglich, wenn die Kasse dies bereits angekündigt hat, fügt er an.

 

In die steuerlich begünstigte Vorsorge der Säule 3a können Männer bis zum Alter von 70 und Frauen bis zum Alter von 69 Jahren einzahlen, wenn sie nach Erreichen des Pensionsalters weiterarbeiten. Wer nach der Pensionierung beim bisherigen Arbeitgeber als Berater tätig bleibt, hat die Möglichkeit, den Betrag für selbständig Erwerbende ein grösseres Zeitfenster hat, um die Gelder aus den verschiedenen Töpfen – also beispielsweise Pensionskasse, Säule 3a oder Freizügigkeitsgelder – gestaffelt zu beziehen. Allerdings weisen Experten darauf hin, dass die Steuerämter in den vergangenen Jahren die Praxis verschärft haben.

 

 

 

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